sind frauen zurückhaltender im sport?

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Die Geschlechterpolitik gibt es überall, und auf dem Spielfeld gibt es keine Ausnahme. Ich habe heute bemerkt, dass die Spieler, die höher springen, tiefer tauchen, und generell den Körper bis zum Äußersten unter Druck setzen und mehr Risiko eingehen männlich sind.

Warum?

Ich glaube nicht, dass der Grund rein biologisch oder anatomisch ist. Selbstverständlich gibt es ja biologische Unterschiede zwischen Frauen und Männer. Sie spielen aber nur beim Profisport eine bedeutende Rolle. Bei den Freizeitspielern sieht es anders aus.

Wir sind als Kinder – und, dummerweise, auch immer noch als Erwachsene – darauf ausgerichtet, sich zu benehmen. Dieser Unterricht ist natürlich geschlechtsspezifisch. Ein Risiko einzugehen, enthält sehr starke soziale und kulturelle Elemente und dabei geht es nicht nur um das Geschlecht, sondern auch um Rasse, Klasse, Einkommensniveau und so weiter. Aber ein körperliches Risiko hat schon viel mit dem Geschlecht zu tun. Um genauer zu sein: Mädchen lernen, dass ihre Körper nicht ihnen gehören, sondern sind von der Gesellschaft und Politik und vor allem von Männern reguliert. Es gibt tausende Sachen, die Mädchen und Frauen physisch nicht tun sollten oder dürfen, die nicht ganz hoffähig wären, die aber keine Frage für Jungs und Männer sind.

Ich wundere mich, ob diese internalisierten gesellschaftlichen Regeln Spielerinnen auf dem Spielfeld zurückhalten. Vielleicht nicht auf dem professionellen Niveau, und vielleicht nicht, wenn Frauen gegen andere Frauen spielen. Aber wie ist es, wenn die Mannschaften gemischt sind? Die Mädels tauchen für die Scheibe oder den Ball deutlich seltener als die Jungs, obwohl sie das könnten. Es geht bestimmt um einen Unterschied in der körperlichen Wettbewerbsfähigkeit. Das dürfte, zumindest teilweise, sozial bedingt sein.

Wenn dem so ist, was für eine Schande, dass sich gesellschaftliche Erwartungen auch auf dem Sport auswirken.

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One thought on “sind frauen zurückhaltender im sport?

  1. Ich hab mir auch schon öfter über das Thema Gedanken gemacht. Ich stimme dir im Bereich gesellschaftliche Normen auf jeden Fall zu. Werdende Männer dürfen sich schmutzig machen, gehen in den Wald um Hütten zu bauen oder eben einfach nur auf den Fußballplatz zum Bolzen. Genau dort lernt man etwas härter ran zu gehen und sich schmutzig zu machen. Jungen Damen wird das in der Regel schnell aberzogen, sie sollen sich behütet daheim mit intellektuellen Sachen wie schöner Schrift beschäftigen. Ich finde das unfair, aus beider Seiten Sicht. Ich würde manchmal auch gerne Sachen machen die Frauen “vorbehalten” sind, werde aber dann doch eher schräg angeschaut wenn ich zum Yoga gehe! Wer mich kennt weiß, dass mir das egal ist! :)
    Was ich beim Sport mit Frauen immer wieder feststelle, ist, dass ihre Prioritäten wo anders angesiedelt sind. Es kommt ihnen scheinbar nicht so sehr auf ein bestimmtes Ziel an sondern auf “ein bisschen” Bewegung. Männer können dagegen einen viel größeren Ehrgeiz entfachen, der oft in einen Wettkampf ausartet. So spielt “Mann” dann nicht Federball, sondern Badminton. Es geht darum besser zu werden und zu gewinnen und nicht nur denn Ball zum anderen Spieler zu bekommen. Ich vermute das dieses Konkurrenzverhalten evolutionär/genetisch einprogrammiert ist, oder eben nicht!

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