point / counterpoint

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es lebt sich gut hier

Routine sorgt für die notwendige Struktur in meinem Leben. Ein typischer Wochentag sieht folgendermaßen aus:

0730 – aufstehen
0800 – frühstücken
0815 – abfahren
0905 – im Büro ankommen
1710 – nach Hause fahren
1810 – zu Hause ankommen
1930 – zu Abend essen
2330 – schlafen

Am Anfang meines Werktags verbringe ich eine ganze Stunde, damit die Schlagzeilen der nationalen sowie internationalen Zeitungen zu überfliegen. Das ist ein Teil der täglichen Arbeit, die sich die Praktikanten teilen. Ich melde mich jeden Morgen freiwillig dazu. Es hilft mir, mein Ziel, das ich seit dem Alter von fünfzehn Jahren habe, zu erreichen – und zwar, einen breiten und aktuellen Überblick der Weltgeschehnisse zu bekommen. Ohne diese Aufgabe bekomme ich keine umfassende Berichterstattung, da ich eine geografische Vorliebe für Nachrichten aus Kanada, den USA und Großbritanien und eine thematische Vorliebe für Politik und Diskriminierung habe. Und nun dreht sich in meinem Praktikum alles um Migration und Menschenrechte in Malta und der Welt.

Am besten gefällt mir mit den anderen Praktikanten, die sowohl Interesse als auch Kenntnisse zu den Themen Migration und Flüchtlinge haben, insbesondere im maltesischen Kontext,  an einem lange Tisch zu sitzen und darüber zu diskutieren. Jeden Tag lerne ich von ihnen etwas nützliches Neues. Heute, zum Beispiel, lernte ich, dass abgelehnte Asylbewerber trotzdem eine maltesische Arbeitserlaubnis beantragen dürfen. Nicht nur über Migration, sonder auch über Malta selbst lerne ich jeden Tag etwas Neues. Heute habe ich gelernt, dass der Name Mdinas, der ummauerten Stadt, die bis 1530 Hauptstadt Maltas war, vom arabischen Wort ‚medina‘ – ‚Stadt‘ stammt.

Nicht nur mein Tag, sondern auch meine Woche hat Struktur. Mittwoch abends nehme ich am ‘Mid Week Miles’ teil, wo wir zusammen in einer kleinen Gruppe laufen gehen. Der Treffpunkt ist 3 km von meinem Haus entfernt und der Lauf selbst ist 6 km lang, das heißt, insgesamt 9 km. Ich unterhalte mich nicht mit den anderen Joggern und wir laufen auch nicht exakt auf gleicher Höhe, aber trotzdem erzeugt das wöchentliche Laufen eine gewisse Verbundenheit. Obwohl es schon dunkel ist, finde ich es entspannend, am Meer entlang zu joggen. Die zwei großen maltesisch-britischen Zwillinge, die den wöchentliche Lauf koordinieren, organisieren auch eine sonntägliche Wanderung. Letzte Woche war ich zum ersten Mal dabei und war für die Gelegenheit dankbar, eine etwas unzugängliche neue und natürlich schöne Ecke der Insel zu erkunden.

In der Wohnung ist die Atmosphäre entspannt. Das Haus ist geräumig. Somit können wir vier Mitbewohner zusammen wohnen, ohne dass wir einander in die Quere kommen, da wir die Tür hinter uns zumachen können, wenn wir unsere Ruhe haben wollen. Eigentlich bin ich von mir selbst überrascht, dass ich jede Gelegenheit nutze mich mit meinen Mitbewohnern zu unterhalten, sei es in der Küche beim Kochen oder im Esszimmer bei einem Glas Wein. Angesichts meiner Introvertiertheit passiert das normalerweise eher selten! Ich vermute, bei meiner zunehmenden Aufgeschlossenheit spielt Englisch eine wichtige Rolle, die nicht zu unterschätzen ist. Jedoch kämpfe ich immer noch gegen meine eher emotionale verschlossene Ausdrucksweise.

Die Sonne scheint jeden Tag, sogar wenn es regnet. Bis ich am Morgen geduscht habe ist die Sonne schon aufgestanden, und sie bleibt gerade lang genug wach, um mich am Abend an der Bushaltestelle zu verabschieden. Nach dem Sonnenuntergang wird es etwas kühler – aber für Januar dennoch angenehm. Die Sonne dürfte für meine ständige gute Laune verantwortlich sein.

Die kürzliche Kälte, Dunkelheit, Unsicherheit und Flaute aus meinem hamburger Leben lasse ich hinter mir. Obwohl ich bald in eine neue Stadt umziehen und eine neue Stelle und ein neues Leben anfangen muss, nehme ich nichts wirklich ernst. Hier in Malta kann ich das Hamsterrad und die strenge Maschine der deutschen Bürokratie weitestgehend ausblenden. Wie ein (fauler) ehemaliger Kollege zu mir gesagt hat: „Überanstreng dich nicht [wegen Arbeit].“

Das Leben auf dieser kleinen Insel ist einfach, wohlig, erholsam – und vor allem interessant. Ganz genau das, was ich brauchte. Vielleicht kann ich ja doch gute Entscheidungen treffen.

all good things must come to an end

The friend who was visiting left a few days ago. As usual, I went into mild withdrawal. The rest of the week took on a bland hue, I lost motivation to eat, and the familiar tendrils of darkness began, very slowly, to creep into the sundrenched meadows of contentedness that I had been basking in since I got here.

Today I was subject to not one but two racially based microaggressions. They’re almost always gendered, too. I am so fucking fed up with it. I’m exhausted from having to talk about it, think about it, deal with it.

There’s an expat element to it, at least here. People generalise over groups hoping to show off their worldly knowledge, when the result is actually the opposite. Knowing that you don’t know, and having the courage to let it be known that you don’t know, is, to me, an impressive demonstration of intellect and character.

Expat life is like adult Erasmus with more obnoxious spending power.

The gender element… it makes me doubly upset, doubly tired.

Tonight, at the house dinner that my flatmate kindly invited me to, sitting at a table with ten others who had various mother tongues and varying abilities in English, it was clear that in this kind of environment the value of words depreciates. In their place other forms of communication dominate; nuance and precision are muffled in the wave of brash noise and movement.

This is not to say that everything is better in Hamburg. It’s just an observation – an experience, rather – that, even in this warmth, it can get very cold at night.

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